22:28 03.09.2010
Bei traumhaftem Wetter (und in Kenntnis einer nicht so tollen Vorhersage für die folgenden Tage) standen wir bereits recht früh auf und fuhren mit dem Auto zu den wichtigsten Highlights der Umgebung: Wir besuchten zunächst das Zentrum von Reine (auch um uns nach einer Sea Safari zu erkundigen) und die Tourist-Info in Moskenes - mit dem Ergebnis, dass die Auswahl an möglichen touristischer Aktivitäten wegen der hier bereits am 20.08. beendeten Saison doch sehr überschaubar ist. Nächster Programmpunkt war das Örtchen, dass an einem der schönsten Enden der Welt liegt und den letzten Buchstaben des norwegischen Alphabets zum Namen hat: Å. Å hat heute 100 Einwohner und ist ein einziges Museum. Die ältesten der über 30 Häuser und Rorbuer sind über 150 Jahre alt; alle stehen unter Denkmalschutz. Schließlich besuchten wir - nach einem Zwischenstopp beim Verkaufsladen der Fischfabrik in Reine und in unserer Hütte - noch Nusfjord, ein kleines Fischerdorf etwas weiter nördlich, dass zum Pflichtprogramm eines jeden Lofotenbesuchers gehört und für das man im Sommer (der ja, zur Erinnerung, hier bereits seit 20.08. vorbei ist) sogar Eintritt bezahlen muss: Etwa 10 Euro pro Person für ein nicht-museales Dörfchen ... Die Touristenschwärme waren jedoch schon verflogen, so dass wir uns (neben ein paar Anglern und einer Handvoll weiterer Besucher) fast allein einen Eindruck von dem wirklich hübschen Örtchen verschaffen konnten. Wieder in unserer Rorbu angekommen, nutzten wir die Gelegenheit, die kostenlos zur Verfügung stehende Waschmaschine für uns arbeiten zu lassen.
Zum Abendessen gab es den am Nachmittag erworbenen "Fang": Frisches Heilbutt- und Lachsfilet, in der Pfanne gebraten, dazu einen trockenen 2009er Spätburgunder aus Bodenheim am Rhein. Eine perfektes Finale für einen Bilderbuchtag!
Später am Abend hatte Lisa noch ein Erlebnis, dass sie wohl so schnell nicht vergessen wird. Sie schlief bereits, als ein Mann (der offenbar, ggf. dank übermäßigen Alkoholgenusses, unsere Hütte für die Seine hielt) versuchte, sich Einlass zu verschaffen. Als ihm dies an der Tür nicht gelang, versuchte er es über das daneben liegende, geöffnete Fenster, das zu Lisas Schlafzimmer gehörte. Er steckte zuerst seinen Kopf hinein; da bemerkte Lisa ihn. Als er bereits mit einem Bein im Zimmer stand, forderte Lisa ihn deutlich (aber erstaunlich ruhig) auf, das sein zu lassen. Allem Anschein nach bemerkte der Unbekannte nun seinen Irrtum, stammelte ein "Sorry!" und verschwand, so schnell er konnte. War das jetzt "Fensterln" auf Norwegisch?
~Hubertus
Freitag, 3. September 2010
Donnerstag, 2. September 2010
Ankunft auf den Lofoten
Ein letztes Frühstück in unserer Hütte "Lankanholmen Sjøhus", Gepäck verstaut und schon ging es auf die Straße gen Süden zu unserem nächsten Etappenziel: Dem Örtchen Reine auf den Lofoten. Noch einmal die Westküstenstraße entlang, mit herrlichem Blick auf zum Teil wolkenverhangene Berge und das Meer, als plötzlich eine Elchkuh vor uns auf der Straße auftauchte und uns immerhin ein paar Augenblicke Zeit gab, sie zu bestaunen, bevor sie wieder im Gebüsch verschwand. Später führte unsere Route die E10 entlang, die hier erst 2007 fertiggestellt wurde und durch mehrere Tunnel führt, einer davon unter einem Fjord hindurch. Das niederschlagsreiche und kühle Wetter der letzten 2 Tage hatte seine Spuren hinterlassen: Einige der bis zu etwa 1000 m hohen Berggipfel waren nun mit einer dünnen Schicht Neuschnee "überpudert". So gelangten wir auf die Lofoten - die dem Vernehmen nach schönsten Inseln der Welt. Zunächst statteten wir dem mit etwa 5000 Einwohnern größten Ort der Lofoten und zugleich wirtschaftlichem und kulturellem Zentrum der Inselwelt, Svolvær, einen kurzen Besuch ab. Danach legten wir einen kurzen Stopp in Storvågan, dem ältesten Teil der bereits 1120 gegründeten Siedlung Kabelvåg und damit dem ältestem Fischerdorf der Lofoten ein. Das hiesige Lofot-Museum war schon geschlossen, so dass wir unsere Fahrt durch phantastische Landschaften bald fortsetzten. Gute zwei Stunden später erreichten wir unsere neue Unterkunft, die "Eliassen Rorbuer" in Reine, dem schönsten (?!) Fischerdorf der Lofoten. Das Wort Rorbu setzt sich zusammen aus ro, (zum Fischen aus-)rudern und bu, wohnen. Rorbuer sind "Buden", wo auswärtige Fischer übernachten und ihre Gerätschaften aufbewahren konnten; sie stehen meist auf Stelzen direkt am Wasser. Eine solche alte Hütte, heute jedoch mit allen Annehmlichkeiten des modernen Wohnens (samt IKEA-Küche) ausgestattet, in traumhafter Lage war nun unser Zuhause für die nächsten Tage.
~Hubertus
Abonnieren
Posts (Atom)


