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Samstag, 28. August 2010

Polarkreis und Mahlstrom

15:46 28.08.2010
Das nordgehende Hurtigruten-Schiff "Richard With" fuhr vor unserer Herberge vorbei, als wir gegen 7.00 Uhr bereits mit dem Frühstück fertig waren. So erreichten wir unsere Fähre in Kilboghamn (wieder auf der Rv17) rechtzeitig. Sie sollte uns in etwa 60 Minuten nach Jektvik bringen und dabei den Polarkreis passieren, wass dann nach (norwegischer) Ansage des Kapitäns und der am Ufer aufgestellter Symbolfigur zu urteilen auch stattfand. Sonst änderte sich aber nichts ... Weiter ging die Fahrt vorbei am Svartisen-Gletscher und der großen Engenbreen-Gletscherzunge, wo wir nur einen kleinen Fotostopp einlegten. Anschließend durchquerten wir den recht modernen und immerhin 7,6 km langen gleichnamigen Svartisen-Tunnel. Eine weitere kurze Fährpassage von Ågskardet nach Forøy war schnell absolviert. In Ørnes machten wir einen kurzen Einkaufsstopp, bei dem im weit und breit einzigen Sport- und Outdoor-Laden für Lisa ein paar (geländegängige) Schuhe heraussprangen, natürlich ein Schnäppchen, es ist ja "Salg" (auf deutsch (?) "Sale" oder auch SSV). Der folgende Tankstellenbesuch wurde für Lisa und mich mit je einer "Chef-Pølse" kombiniert (Pølse ist jede Art von Würstchen, meistens wie ein Hot Dog angeboten), die wirklich gut schmeckte. Auf der Weiterfahrt machten wir noch einen Abstecher zur im 12. Jahrhundert erbauten Gildeskål-Kirche, die allerdings geschlossen hatte (Saison endete am 15. August). Durch weitere Tunnel und über mehrere Brücken (u.a. die Killingstraumen- und zuletzt die 786 m lange und 41 m hohe Saltstraumen-Brücke) erreichten wir unsere Unterkunft, das Saltstraumen-Hotel. Nachdem wir das schicke IKEA-like gestylte Zimmer bezogen und uns einen kleinen Imbiss einverleibt hatten, gingen wir - ausgerüstet mit einer Gezeitentabelle - hinaus, um uns das Naturschauspiel Mahlstrom anzusehen: Der Saltstraumen ist der größte Mahlstrom (Gezeitenstrom) der Welt. Fast 400 Mio m³ Wasser zwängen sich im Laufe von 6 Stunden durch die 3 km lange und 150 m breite Meerenge zwischen Skjerstad- und Saltenfjord. So groß ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Der Strom erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Knoten. Die entstehenden Strudel haben einen Durchmesser von bis zu 10 m und können mehr als 4 Meter in die Tiefe reichen.
~Hubertus

Freitag, 27. August 2010

Die Helgelandsküste

23:59 27.08.2010
Bereits ab 5.30 Uhr aus den Betten gerissen, erreichten wir die erste Fähre von Horn nach Andalsvåg überpünktlich. Auf der heutigen Strecke sollten noch zwei weitere Fähren folgen (Forvik-Tjøtta und Levang-Nesna), alle untrennbarer Bestandteil der Küstenstraße Rv17. Die Abfahrszeiten sind so aufeinander abegestimmt, dass die Fähren wie Zahnräder eines Uhrwerks ineinandergreifen. Außerhalb der Saison gilt das jedoch nur bedingt: Möchte man längere Wartezeiten vermeiden, ist dies teilweise nur unter Missachtung jeglicher Tempolimits möglich. So trat also Cornelia (wie die wenigen anderen Autofahrer auch) aufs Gas, um die 17 km zwischen Andalsvåg und Forvik in der geforderten Zeit zu schaffen. In Alstahaug machten Wir eine größere - durchaus lohnende - Pause, um das Petter-Dass-Museum zu besuchen: Die Ausstellung im futuristischen Neubau befasst sich mit Leben und Werk des bedeutenden norwegisch-dänischen Dichters und Pfarrers, der der von 1689 bis zu seinem Tode 1707 hier lebte sowie den gesellschaftlichen und religiösen Rahmenbedingungen dieser Zeit. Daneben umfasssdas Museum eine mittelalterliche Kirche und einen Pfarrhof aus dem 18. Jahrhundert. Auf unserer Weiterfahrt überquerten wir unter anderem die beeindruckende, 1065 m lange und bis zu 45 m hohe Helgelands-Brücke.

Gegen 18 Uhr erreichten wir unser bescheidenes Nachtquartier: Eine Hälfte eines hübschen zweistöckigen Holzhauses mit traumhaften Panoramablick in Tonnes, einem kleinen Örtchen auf einen Zipfel des Festlands, umgeben von zahlreichen Inseln. Hier ließen wir uns (obwohl in unmittelbarer Polarkreisnähe) draußen vor dem Haus in der warmen Abendsonne unser mitgebrachtes Essen und ein durchaus trinkbares norwegisches Bier (Grans "Bare") schmecken. Der folgende Sonnenuntergang setzte dann das sprichwörtliche i-Tüpfelchen auf einen tollen Tag.
~Hubertus

Dienstag, 24. August 2010

Kystriksveien Rv 17

20:13 24.08.2010
Nach einem leckeren Frühstück in einem wunderschön altmodischem Speisezimmer ging es wieder auf die Straße. Unter anderem fuhren wir ein Stück auf der Reichsstraße 17 (Riksveien / Rv 17). Außerdem hatten wir unsere erste Fährüberfahrt in Norwegen. Sie dauerte 20 Minuten und ging von Holm nach Vennesund. Danach ging es über Berge und Täler dem nächsten Etappenziel entgegen. In Brønnøysund, dem letzten Ort vor dem Nichts beim Torghatten deckten wir uns mit Lebensmitteln ein und schauten in unseren ersten norwegischen Intersport-Laden für dieses Mal, fanden aber nichts. Dann wurde der Hafen besichtigt und die Stelle wo das Hurtigrutenschiff anlegt begutachtet. Daraufhin ging es weiter in Richtung unseres Etappenziels, unserer ersten Hütte. Sie hat zwei Schlafzimmer, ein Bad und ein Wohnzimmer mit Küche, also insgesamt nicht sehr groß. Frisch gestärkt gingen wir nach dem Abendessen unsere Hüttenumgebung erkunden. Während Hubertus noch ein paar Fotos machte, machten Cornelia und ich ein Kanu fertig zum Losfahren. Denn hier gab es ein kleines Wasserbecken, dass vom Fjord abgegrenzt war und dort lagen Kanus. Da drehten wir beide zwei Runden zur Verdauung. "Das war so gut, dass es schon wieder schlecht war!"(sagte Hubertus über ein Foto) und (als ich sagte, dass sag ich doch mal Ingelore bekam ich von Cornelia folgende Antwort) "Da kannst du dir aber ein paar Früchtchen anbrennen!", zwei bemerkenswerte Aussprüche. Die beiden setzten sich draußen an die frische Luft und tranken noch ein Bierchen, inzwischen schreibe ich den Tagesbericht. Und obwohl es schon nach 21 Uhr ist, ist es noch taghell.
~Lisa


Die Rv 17 ist eine 650 km lange Touristenstraße entlang der norwegischen Küste, angeblich eine der schönsten der Welt - das konnten wir auf unserer heutigen Strecke zumindest nicht widerlegen. Bei prächtigem Wetter war einiges an schönen Aussichten geboten; leider konnten wir auf der recht engen und kurvenreichen Straße nicht einfach mal anhalten, um ein paar Fotos zu schießen.
~Hubertus