Mittwoch, 25. August 2010

Torghatten - der mit dem Loch

22:00 25.08.2010
Nach einem Frühstück an der frischen Luft (u. a. mit geräucherter Lachsforelle aus regionaler Produktion) und bei schon fast sommerlichen Temperaturen unternahmen wir am Vormittag eine kleine Wanderung zum "Loch" im Torghatten, dessen Form an einen Hut mit breiter Krempe erinnert und in dessen Mitte eben jenes 35 m hohes und 20 m breites Loch waagerecht etwa 160 m durch den Berg führt.


Wanderung zum Torghatten-Loch auf einer größeren Karte anzeigen

Später besuchten wir das norwegische Aquakulturcenter in Toft, wo wir einiges über die Zucht von Lachs und Kabeljau erfahren konnten. Schließlich beobachteten wir das rege Treiben zwischen An- und Ablegen des "südgehenden" Hurtigruten-Schiffs in Brønnøysund.
~Hubertus

Dienstag, 24. August 2010

Kystriksveien Rv 17

20:13 24.08.2010
Nach einem leckeren Frühstück in einem wunderschön altmodischem Speisezimmer ging es wieder auf die Straße. Unter anderem fuhren wir ein Stück auf der Reichsstraße 17 (Riksveien / Rv 17). Außerdem hatten wir unsere erste Fährüberfahrt in Norwegen. Sie dauerte 20 Minuten und ging von Holm nach Vennesund. Danach ging es über Berge und Täler dem nächsten Etappenziel entgegen. In Brønnøysund, dem letzten Ort vor dem Nichts beim Torghatten deckten wir uns mit Lebensmitteln ein und schauten in unseren ersten norwegischen Intersport-Laden für dieses Mal, fanden aber nichts. Dann wurde der Hafen besichtigt und die Stelle wo das Hurtigrutenschiff anlegt begutachtet. Daraufhin ging es weiter in Richtung unseres Etappenziels, unserer ersten Hütte. Sie hat zwei Schlafzimmer, ein Bad und ein Wohnzimmer mit Küche, also insgesamt nicht sehr groß. Frisch gestärkt gingen wir nach dem Abendessen unsere Hüttenumgebung erkunden. Während Hubertus noch ein paar Fotos machte, machten Cornelia und ich ein Kanu fertig zum Losfahren. Denn hier gab es ein kleines Wasserbecken, dass vom Fjord abgegrenzt war und dort lagen Kanus. Da drehten wir beide zwei Runden zur Verdauung. "Das war so gut, dass es schon wieder schlecht war!"(sagte Hubertus über ein Foto) und (als ich sagte, dass sag ich doch mal Ingelore bekam ich von Cornelia folgende Antwort) "Da kannst du dir aber ein paar Früchtchen anbrennen!", zwei bemerkenswerte Aussprüche. Die beiden setzten sich draußen an die frische Luft und tranken noch ein Bierchen, inzwischen schreibe ich den Tagesbericht. Und obwohl es schon nach 21 Uhr ist, ist es noch taghell.
~Lisa


Die Rv 17 ist eine 650 km lange Touristenstraße entlang der norwegischen Küste, angeblich eine der schönsten der Welt - das konnten wir auf unserer heutigen Strecke zumindest nicht widerlegen. Bei prächtigem Wetter war einiges an schönen Aussichten geboten; leider konnten wir auf der recht engen und kurvenreichen Straße nicht einfach mal anhalten, um ein paar Fotos zu schießen.
~Hubertus

Montag, 23. August 2010

Nach Norden

22:27 23.08.2010
Das üppige Frühstücksbuffet im Bergstadens Hotel Røros hielt uns ganz schön lange auf (ein Highlight: heißgeräucherter Lachs mit Kakao und Chilli gewürzt). Nach einem kurzen Besuch bei der Bank, der mich wieder in den Besitz meiner Kreditkarte und - nach erneutem Versuch mit der leicht verbogenen Karte an einem anderen Automaten - einiger norwegischer Banknoten brachte, ging es los zur nächsten Etappe in Richtung Norden; vor uns lagen ca. 360 km durch die Provinzen Sør-Trøndelag und Nord-Trøndelag. Zunächst auf der Straße 31 nach Osten, später auf der 705 nach Norden führte uns der Weg wieder durch bewaldete Täler vorbei an zahlreichen Seen und Flüssen. Ein paar Rentiere überquerten vor uns die Straße, andere weideten auf einer Wiese. Auf der Höhe von Trondheim fuhren wir dann wieder auf den "Nordkap-Highway", die E6. Hier kann man laut Reiseführer "die längsten 900 Kilometer der Welt" fahren, nämlich mit maximal Tempo 80; inzwischen gibt es aber bereits kurze Abschnitte, auf denen 90 erlaubt sind ...
Gegen Ende unserer heutigen Tour verließen wir noch einmal die E6 und nahmen ab Steinkjer die Straße 763. Hier legten wir einen Stopp ein, um uns eine der berühmtesten Felszeichnungen Norwegens, das "Rentier von Bøla" (bølareinen) anzusehen. Die vor ca. 6000 Jahren mit einfachen Werkzeugen in den Stein geritzten lebensgroßen Umrisse eines Rentiers beeindruckten uns durch ihre sehr natürlichen Proportionen und ihren erstaunlich guten Erhaltungszustand. Endlich am Tagesziel angelangt, steuerten wir noch eine Tankstelle an (rekordverdächtig niedriger Verbrauch dank strikter Geschwindigkeitsbegrenzungen!) und unternahmen einen kleinen Einkauf im örtlichen SPAR-Markt; der Abend-Snack im liebevoll eingerichteten Zimmer des Grong Gård og Gjestegård war somit gesichert. Dass es auch hier Kaffee und WLAN "umsonst" gab, braucht eigentlich schon nicht mehr erwähnt zu werden ...
~Hubertus

21:00 24.08.2010
Ergänzung:
Die allgemein als Rentiere bekannten Hirsche heißen eigentlich Rener (singular: Ren). Sie leben in kleinen Herden, die entweder nur aus Männchen oder nur aus Weibchen bestehen. Nur zur Paarungszeit suchen sich die männlichen Rener "sarves" einen Harem. Die Weibchen "vaja" tragen ihr Kalb 230 Tage und bekommen es im Frühjahr. Die Kälber werden von den Müttern vertrieben, wenn die nächste Geburt ansteht, also mit ungefähr einem Jahr. Rener sind die einzige Unterart aus der Hirschfamilie in der beide Geschlechter ein Geweih tragen. Das der sarves ist jedoch wesentlich größer. Am ersten Tag haben wir einen jungen sarves gesehen, der für diese Jahreszeit und für diese Region ein ausßergewöhlich weißes Fell hatte. Am zweiten Tag haben wir einen braunen sarves mit seinen vajas und einem Kalb gesehen, also ist bald wieder Paarungszeit.
~Lisa