Dienstag, 7. September 2010

Wandern und Nordlicht

23:59 07.09.2010
Bei strahlendem Sonnenschein fiel das Aufstehen nicht allzu schwer. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir nach Å, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung um den (halben) See Ågvatnet. Zunächst genossen wir den Ausblick auf die beiden südlichsten Lofoten-Inseln Verøy und Røst. Nachdem wir den passenden "Einstieg" gefunden hatten, führte der Weg uns meist etwas oberhalb am Südufer des Sees durch ziemlich sumpfiges und teils recht abschüssiges Gelände, unterbrochen durch ein paar kleine Klettereinlagen, die teilweise durch Ketten gesichert waren. Am westlichen Ufer des Sees angekommen, machten wir auf einer Anhöhe Rast, genossen dies Sonne, den Blick auf den See, das Bergpanorama und unseren Proviant. Den Rückweg am Nordufer entlang brachen wir nach einiger Zeit ab, da sich das Vorankommen hier als noch schwieriger erwies. So drehten wir um und nahmen den uns bereits bekannten Weg. Später machten wir es uns noch einmal in der Sonne gemütlich, bevor wir nach etwa 7 Stunden wieder am Parkplatz ankamen. In unserer "Rorbua" zurück, gab es ein leckeres Abendessen mit geräuchertem Lachs für Cornelia und mich, einer Pizza für Lisa und einer kleinen Portion "Rømmegrøt" für alle. Später gingen wir noch einmal nach draußen, um den klaren, viel mehr Sterne als von uns gewohnt zeigenden Nachthimmel anzuschauen. Da entdeckten wir einen kleinen, hellen Lichtstreif, den wir uns zunächst nicht erklären konnten. Daraus entwickelte sich in den nächsten Minuten ein prächtiges Lichtspektakel: Das Nordlicht! Es veränderte dabei ständig seine Form, Position und Leuchtkraft und faszinierte uns bis zu seinem Abklingen nach etwa 1/2 Stunde völlig - ein schöner Höhepunkt unseres sich langsam dem Ende zuneigenden Norwegen-Urlaubs!
~Hubertus
PS: Meldung des Telegraph vom 9. September: Spectacular Northern Lights display pictured after violent space storm
Photo: Øystein Lunde Ingvaldse / spacestories.com

Montag, 6. September 2010

An den Weststrand

18:42 06.09.2010
Heute ging es verdammt früh los: Um 5 Uhr wurden wir vom Wecker unbarmherzig aus den Betten geklingelt. Das hatte seinen Grund - um 7 Uhr fuhr bereits die Reinefjordfähre ab Reine, um uns nach Vindstad, einem kleinen Ort, der nur vom Wasser aus erreichbar ist, zu bringen. von dort aus wanderten wir auf leichtem Weg in etwa 2 Stunden nach Bunes, einem verlassenen Wohnplatz an der Westküste der Insel, direkt am Atlantik. Hier verbrachten wir - ganz allein - geraume Zeit, da die Fähre uns erst um 15.25 Uhr wieder abholen sollte. Die wunderschöne Bucht mit herrlichem Sandstrand, umgeben von bis zu 750 m hohen, teilweise fast senkrecht abfallenden Felsen, hatte auch einiges an Strandgut zu bieten - unter anderem einen halben Kieferknochen sowie einen Teil des Schädelknochens eines Wales. Der Rückweg nach Vindstad ging sehr schnell, so dass wir hier noch etwas warten mussten, bevor uns die Fähre wieder nach Reine brachte.
~Hubertus

Sonntag, 5. September 2010

Sørvågen

23:59 05.09.2010
Auch heute blieben wir etwas länger liegen. Nach dem späten Sonntagsfrühstück fuhren wir in den benachbarten Ort Sørvågen und stellten das Auto beim leider geschlossenen "Norsk Telemuseum" ab. Hier in Sørvågen war bis 1978 die zweitälteste Telegrafenstation Europas untergebracht, von der 1906 die erste drahtlose Telefonverbindung Norwegens in Betrieb genommen wurde. Das dies gerade hier der Fall war, lag daran, dass man bereits früh gemerkt hatte, dass sich der Fischfang noch einmal um 25% steigern lies, wenn die einzelnen Orte und Boote Funkkontakt hatten. Wir machten eine kleine Wanderung um den See Sørvagenvatnet, stiegen zum "Slåpen" Funkturm hinauf und ließen auch den alten Leuchturm "Glåpen fyr" nicht links liegen. Zurück in der Hütte legten wir nach dem Abendessen noch eine Kartenspielrunde ein.
~Hubertus

Samstag, 4. September 2010

Ein ruhiger Tag

22:25 04.09.2010
Angesichts tief hängender Wolken hatten wir beschlossen auszuschlafen. Nach einem ausgiebigen Frühstück und diversen Verrichtungen machten wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Fredvang.
Vom Wendeplatz im Ortsteil Yttersand wanderten wir bei leichtem Nieselregen und gelegentlich auffrischendem Wind in etwa 3 1/2 Stunden zum Teil auf einem Strandpfad, zu Teil auf altem Weg, immer argwöhnisch von den zahlreich weidenden Schafen beguckt, vorbei an einem früheren Adlerfangplatz nach Mulstøa, einem verlassenen Wohnplatz und zurück.
Nachdem wir wieder in unserer Hütte waren, gab es Abendbrot: Für Lisa eine Pizza und für Cornelia und mich kaltgeräucherten Eismeersaibling ("kaldrøkt Ishavsrøye") - ein Gedicht!
~Hubertus