Sonntag, 29. August 2010

On the road again und Kulinarisches

20:26 29.08.2010
Nach einem recht späten Sonntagsfrühstück im Hotel ging es gegen 12 Uhr wieder auf die Piste. Es waren nur rund 180 km in Richtung Norden zu bewältigen, ein Großteil davon auf der gut ausgebauten E6. So kamen wir zügig voran, nur von ein oder zwei Fotostopps und einer kurzen Rast unterbrochen, bei der es einen hausgemachten Moltebeer-Käsekuchen zu probieren galt, der sich als sehr genießbar erwies.
Nach unserer Ankunft im Hammarøy-Hotel in Innhavet direkt an der E6 vertraten wir uns noch etwas die Beine. Dann entschlossen wir uns, die Küche des eher unscheinbaren, aber gut gefüllten Restaurants zu probieren, das unter dem Titel "Arktisk meny" (Arktische Speisekarte) zusammen mit 42 anderen Restaurants in Nordnorwegen und Spitzbergen nach eigener (Werbe-)Aussage sowohl traditionelle nordnorwegische Gerichte als auch modernere serviert, die - saisonal unterschiedlich - auf den besten Produkten der Region beruhen. Unsere Wahl fiel auf
  • Saiblingsfilet ("Fjellørret", wörtlich: Gebirgsforelle) aus der Pfanne, dazu Brokkoli, Blumenkohl, Sauerrahmsauce ("Rømmesaus") und Salzkartoffeln
  • Rentiersteak (medium, Rentier aus lokaler Zucht) mit Brokkoli, Blumenkohl, Pilzsauce, Preiselbeeren und gratinierten Rahmkartoffeln
  • Gebackene Kartoffel mit Kräuterbutter, Bacon, Mais, Sauerrahm ("Rømme") und Salat
Und wir hatten gut gewählt: Vom Feinsten, deliziös, super lecker wären ohne Übertreibung passende Wertungen des kulinarichen Erlebnisses. Da war dann der ebenso spitzenmäßige - jedoch für norwegische Verhältnisse noch relativ günstige - Preis schnell vergessen. Auch das ist Urlaub ...
~Hubertus

Samstag, 28. August 2010

Polarkreis und Mahlstrom

15:46 28.08.2010
Das nordgehende Hurtigruten-Schiff "Richard With" fuhr vor unserer Herberge vorbei, als wir gegen 7.00 Uhr bereits mit dem Frühstück fertig waren. So erreichten wir unsere Fähre in Kilboghamn (wieder auf der Rv17) rechtzeitig. Sie sollte uns in etwa 60 Minuten nach Jektvik bringen und dabei den Polarkreis passieren, wass dann nach (norwegischer) Ansage des Kapitäns und der am Ufer aufgestellter Symbolfigur zu urteilen auch stattfand. Sonst änderte sich aber nichts ... Weiter ging die Fahrt vorbei am Svartisen-Gletscher und der großen Engenbreen-Gletscherzunge, wo wir nur einen kleinen Fotostopp einlegten. Anschließend durchquerten wir den recht modernen und immerhin 7,6 km langen gleichnamigen Svartisen-Tunnel. Eine weitere kurze Fährpassage von Ågskardet nach Forøy war schnell absolviert. In Ørnes machten wir einen kurzen Einkaufsstopp, bei dem im weit und breit einzigen Sport- und Outdoor-Laden für Lisa ein paar (geländegängige) Schuhe heraussprangen, natürlich ein Schnäppchen, es ist ja "Salg" (auf deutsch (?) "Sale" oder auch SSV). Der folgende Tankstellenbesuch wurde für Lisa und mich mit je einer "Chef-Pølse" kombiniert (Pølse ist jede Art von Würstchen, meistens wie ein Hot Dog angeboten), die wirklich gut schmeckte. Auf der Weiterfahrt machten wir noch einen Abstecher zur im 12. Jahrhundert erbauten Gildeskål-Kirche, die allerdings geschlossen hatte (Saison endete am 15. August). Durch weitere Tunnel und über mehrere Brücken (u.a. die Killingstraumen- und zuletzt die 786 m lange und 41 m hohe Saltstraumen-Brücke) erreichten wir unsere Unterkunft, das Saltstraumen-Hotel. Nachdem wir das schicke IKEA-like gestylte Zimmer bezogen und uns einen kleinen Imbiss einverleibt hatten, gingen wir - ausgerüstet mit einer Gezeitentabelle - hinaus, um uns das Naturschauspiel Mahlstrom anzusehen: Der Saltstraumen ist der größte Mahlstrom (Gezeitenstrom) der Welt. Fast 400 Mio m³ Wasser zwängen sich im Laufe von 6 Stunden durch die 3 km lange und 150 m breite Meerenge zwischen Skjerstad- und Saltenfjord. So groß ist der Unterschied zwischen Ebbe und Flut. Der Strom erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Knoten. Die entstehenden Strudel haben einen Durchmesser von bis zu 10 m und können mehr als 4 Meter in die Tiefe reichen.
~Hubertus

Freitag, 27. August 2010

Die Helgelandsküste

23:59 27.08.2010
Bereits ab 5.30 Uhr aus den Betten gerissen, erreichten wir die erste Fähre von Horn nach Andalsvåg überpünktlich. Auf der heutigen Strecke sollten noch zwei weitere Fähren folgen (Forvik-Tjøtta und Levang-Nesna), alle untrennbarer Bestandteil der Küstenstraße Rv17. Die Abfahrszeiten sind so aufeinander abegestimmt, dass die Fähren wie Zahnräder eines Uhrwerks ineinandergreifen. Außerhalb der Saison gilt das jedoch nur bedingt: Möchte man längere Wartezeiten vermeiden, ist dies teilweise nur unter Missachtung jeglicher Tempolimits möglich. So trat also Cornelia (wie die wenigen anderen Autofahrer auch) aufs Gas, um die 17 km zwischen Andalsvåg und Forvik in der geforderten Zeit zu schaffen. In Alstahaug machten Wir eine größere - durchaus lohnende - Pause, um das Petter-Dass-Museum zu besuchen: Die Ausstellung im futuristischen Neubau befasst sich mit Leben und Werk des bedeutenden norwegisch-dänischen Dichters und Pfarrers, der der von 1689 bis zu seinem Tode 1707 hier lebte sowie den gesellschaftlichen und religiösen Rahmenbedingungen dieser Zeit. Daneben umfasssdas Museum eine mittelalterliche Kirche und einen Pfarrhof aus dem 18. Jahrhundert. Auf unserer Weiterfahrt überquerten wir unter anderem die beeindruckende, 1065 m lange und bis zu 45 m hohe Helgelands-Brücke.

Gegen 18 Uhr erreichten wir unser bescheidenes Nachtquartier: Eine Hälfte eines hübschen zweistöckigen Holzhauses mit traumhaften Panoramablick in Tonnes, einem kleinen Örtchen auf einen Zipfel des Festlands, umgeben von zahlreichen Inseln. Hier ließen wir uns (obwohl in unmittelbarer Polarkreisnähe) draußen vor dem Haus in der warmen Abendsonne unser mitgebrachtes Essen und ein durchaus trinkbares norwegisches Bier (Grans "Bare") schmecken. Der folgende Sonnenuntergang setzte dann das sprichwörtliche i-Tüpfelchen auf einen tollen Tag.
~Hubertus